Sieben Geschwisterkinder von schwer erkrankten Mädchen und Jungen erlebten beim Luftsportverein Goch e.V. (LSV Goch) einen unvergesslichen Flugtag über dem Niederrhein. Zwölf ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten nahmen die jungen Gäste vom Kinder- und Jugendhospiz „stups“ mit in die Luft – zum 14. Mal in Folge.
Eine Auszeit vom Alltag
Am Samstag, den 12. September 2026, hat der LSV Goch bereits zum 14. Mal Geschwister von Kindern eingeladen, die an lebenszeitverkürzenden Krankheiten leiden – zu einem besonderen Flugtag auf dem Fluggelände in Asperden. Damit führt der Verein eine bewegende Tradition fort: Seit 14 Jahren engagieren sich seine Mitglieder ehrenamtlich, um den betroffenen Mädchen und Jungen eine unbeschwerte Auszeit in der Luft zu schenken. An diesem Tag standen einmal nicht die Pflegebedürfnisse oder Sorgen des Alltags im Mittelpunkt, sondern allein das Gemeinschaftserlebnis und die Freude der Kinder.
Sieben Kinder folgten der diesjährigen Einladung an den Niederrhein. Ihre erkrankten Geschwister werden im Kinder- und Jugendhospiz „stups“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Krefeld betreut. Dort verbringen Familien oft gemeinsam Zeit, um Entlastung im kräftezehrenden Alltag zu finden – dennoch geraten die eigenen Bedürfnisse der gesunden Geschwisterkinder im Familienleben häufig unbeabsichtigt in den Hintergrund.
Zwölf Piloten, drei Flugzeugtypen
Insgesamt 12 Pilotinnen und Piloten des Vereins stellten sich ehrenamtlich zur Verfügung, um den jungen Gästen die Region aus der Vogelperspektive zu zeigen. Das Angebot war dabei besonders vielfältig: Neben Segelflugzeugen standen auch Ultraleicht- und Motorflugzeuge bereit, sodass die Kinder die Faszination des Fliegens in ganz unterschiedlichen Flugzeugtypen erleben konnten. Während der Flüge über den Niederrhein boten sich beeindruckende Ausblicke auf Sehenswürdigkeiten wie Schloss Moyland und den Rheinverlauf.
„Ich selbst habe eine schwerbehinderte Schwester und weiß, wie wichtig es ist, nicht vergessen zu werden“, erklärt Pilotin Isabell Louven-Boll ihre Motivation. „Ich freue mich total, ihnen das Fliegen nahezubringen, weil da oben eine ganz besondere Stimmung herrscht.“
Unter den Gästen war auch der 12-jährige Clemens aus Viersen. Seine Schwester Coco leidet an Kinderdemenz, einer seltenen und fortschreitenden lebenszeitverkürzenden Erkrankung. Clemens nutzt unter anderem soziale Medien, um über die Krankheit aufzuklären und auf die wichtige Arbeit von Kinderhospizen aufmerksam zu machen: „Ich möchte, dass die Menschen mehr über Kinderdemenz erfahren und Werbung für Kinderhospize machen – denn dort ist es alles andere als traurig. Heute freue ich mich aber einfach auf die Flüge.“
Ein rundum gelungener Tag
Auch die 14. Auflage der Herzensaktion erwies sich für den LSV Goch als rundum gelungener Erfolg. Mit strahlenden Gesichtern und unvergesslichen Eindrücken im Gepäck traten die jungen Gäste am Nachmittag die Heimreise an. Die Ehrenamtlichen des Vereins unterstrichen mit ihrem Engagement einmal mehr, wie der Flugsport über den Vereinsalltag hinaus Begeisterung wecken, Gemeinschaft stiften und wertvolle Momente der Unbeschwertheit schenken kann.
Allen Piloten, Helfern und Kuchenspendern des LSV Goch, aber auch den Betreuern des Kinder- und Jugendhospizes „stups“ ging bei den glücklich strahlenden Augen der Kinder das Herz auf. Einmal mehr gelang es dem Luftsportverein Goch e.V., den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Text: Falk WunderlichFotos: Amelie Kröll



