Zwei Weseler Kunstflieger planen
außergewöhnlichen Looping-Versuch
Zwei Kunstflugpiloten aus Wesel arbeiten an einem Vorhaben, das selbst in der Luftsportszene für Aufmerksamkeit sorgt: Matthias Klepping und Oliver Pattay wollen mit einer ASK 21 einen Weltrekordversuch wagen. Ihr Ziel ist es, mehr als 62 Loopings am Stück zu fliegen und damit eine neue Bestmarke aufzustellen.
Die beiden sind bei den Luftsportfreunden Wesel-Rheinhausen e.V. aktiv. Für den AEROCLUB | NRW ist ein solches Projekt ein eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie viel Leidenschaft, Präzision und Ausdauer Luftsportlerinnen und Luftsportler in Nordrhein-Westfalen ihre Ideen verfolgen. Denn hinter dem spektakulären Plan steckt weit mehr als nur Mut: Der Rekordversuch erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, ein belastbares Sicherheitskonzept und eine minutiöse Abstimmung aller Rahmenbedingungen.
Anspruchsvoll in jeder Hinsicht
Geflogen werden soll der Rekordversuch in einer ASK 21, also einem doppelsitzigen Segelflugzeug, das auch für Kunstflug geeignet ist. Schon die Ausgangslage zeigt, wie anspruchsvoll das Projekt ist: Um die nötige Höhe für die Serie an Loopings zu erreichen, müsste das Flugzeug zunächst von einem Schleppflugzeug auf mehrere tausend Meter gebracht werden.
Aus Sicht der beiden Piloten ist dabei schnell klar geworden, dass es nicht nur auf fliegerisches Können ankommt. Auch Leistungsfähigkeit von Mensch und Maschine, der verfügbare Luftraum und die genaue Flugwegplanung spielen eine entscheidende Rolle. Sinngemäß sagen die beiden: Ein solcher Rekordversuch ist keine spontane Aktion, sondern eine Aufgabe, bei der jedes Detail passen muss.
Wetter, Höhe und Belastung müssen stimmen
Nach den bisherigen Überlegungen braucht es für das Vorhaben einen Tag mit idealen Bedingungen. Besonders wichtig ist freie Sicht, denn der Flug soll nach Sichtflugregeln stattfinden. Wolken würden die Durchführung erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen. Dazu kommt: Die Loopings müssen ohne längere Unterbrechung geflogen werden, was das Zeitfenster zusätzlich eingrenzt.
Auch körperlich wäre der Versuch eine große Herausforderung. Während der Figuren wirken über längere Zeit erhebliche Belastungen auf die Besatzung. Beide Piloten trainieren daher nicht nur fliegerisch, sondern setzen sich intensiv mit den körperlichen Anforderungen auseinander. Sinngemäß betonen sie: Sicherheit steht jederzeit an erster Stelle, und bei Zweifeln würde der Versuch sofort abgebrochen.
Präzise Abstimmung am Boden und in der Luft
Neben Wetter und Fitness geht es auch um die Wahl des passenden Luftraums und um die sichere Rückkehr zum Flugplatz. Der Rekordversuch muss so geplant werden, dass er mit den rechtlichen und flugbetrieblichen Vorgaben vereinbar ist. Dazu gehört auch die Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Flugsicherung.
Gerade diese Verbindung aus sportlichem Ehrgeiz und verantwortungsvoller Vorbereitung macht das Projekt so bemerkenswert. Es zeigt, wie anspruchsvoll moderner Luftsport ist und wie viel Know-how in einem solchen Vorhaben steckt. Für den AEROCLUB | NRW unterstreicht der geplante Rekordversuch, welche Qualität, Leidenschaft und fliegerische Kompetenz in den Vereinen des Verbands zu Hause sind.
Mehr als nur ein Rekordversuch
Klepping und Pattay geht es nach eigener Darstellung nicht nur um eine Zahl im Rekordbuch. Ihr Projekt soll auch Aufmerksamkeit für den Luftsport schaffen und Menschen für die Fliegerei begeistern. Eine Spendenaktion begleitet das Vorhaben ergänzend. Die gesammelten Spenden kommen einem guten Zweck zugute
Der geplante Versuch macht schon jetzt deutlich, was den Luftsport auszeichnet: technisches Verständnis, Disziplin, Teamarbeit und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Wann genau der Start erfolgt, hängt am Ende primär von den Bedingungen ab. Klar ist aber schon jetzt: Die beiden Weseler und ihr Verein, die Luftsportfreunde Wesel-Rheinhausen e.V., arbeiten mit großem Einsatz daran, aus einer kühnen Idee ein außergewöhnliches Kapitel Luftsportgeschichte zu machen.


