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Benutzung von Luftfahrzeugen bei Hitzewetterlagen

von | 25.06.26 | aktuell, Allgemein, Verband, Vereine

Die aktuelle Wetterlage mit teilweise hoher Hitzebelastung gibt Anlass, die Auswirkungen auf die Flugsicherheit sowie die Betriebstüchtigkeit unserer Luftfahrzeuge genauer zu betrachten. In der Flugausbildung werden die physiologischen Effekte großer Hitze auf Pilotinnen und Piloten regelmäßig behandelt. Ebenso sind in den Vereinen die notwendigen Maßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Sonnenschutz und angepasste Aktivitätsplanung bekannt und werden im Allgemeinen konsequent umgesetzt.

Doch wie sieht es mit den Auswirkungen auf unser Fluggerät selbst aus?

Auswirkungen hoher Temperaturen

Unabhängig vom verwendeten Werkstoff gilt: Hohe Temperaturen und intensive UV-Strahlung wirken sich schädlich auf die Zelle aus. Deshalb sollten Luftfahrzeuge bei Nichtbenutzung möglichst nicht in direkter Sonneneinstrahlung abgestellt werden.

Besonders kritisch ist die Aufheizung im Cockpitbereich. Bei gewölbten Hauben kann sich die Temperatur im Innenraum extrem erhöhen; in Einzelfällen sind sogar Materialschäden oder Brandentwicklungen nicht auszuschließen. Daher sollte bei abgestellten Luftfahrzeugen die Haube grundsätzlich abgedeckt werden.

Temperaturgrenzen und Werkstoffe

Für Faserverbundwerkstoffe (FVK) ist in der Bauvorschrift CS-22 für Segelflugzeuge und Motorsegler eine maximale Anwendungstemperatur von 54 °C festgelegt (AMC 22.613(c)). Leider ist dabei nicht eindeutig definiert, ob es sich um Luft-, Oberflächen- oder Bauteilkerntemperaturen handelt. Üblicherweise wird davon ausgegangen, dass bei einer Lufttemperatur von etwa 38 °C und einer weiß lackierten Oberfläche eine kritische Oberflächentemperatur von 54 °C nicht überschritten wird und die Zelle somit betriebstüchtig bleibt.

Auch wenn entsprechende konkrete Vorgaben für Holz- oder Metallkonstruktionen nicht in Flughandbüchern zu finden sind, sollten vergleichbare Überlegungen angestellt werden. Insbesondere dunkle Lackierungen können sich deutlich über 50 °C aufheizen. Je nach Bauweise und Material kann dies zu Schäden führen. Im Zweifel sollte eine starke Aufheizung der Oberflächen vermieden werden, sofern keine ausdrückliche Freigabe durch den Hersteller oder das Flughandbuch vorliegt.

Im Flug selbst treten – abgesehen von stark dunklen Lackierungen – in der Regel keine kritischen Oberflächentemperaturen auf. Die Hauptbelastung entsteht somit durch am Boden abgestellte Luftfahrzeuge in direkter Sonneneinstrahlung.

Auswirkungen auf Avionik und Innenausstattung

Neben der Struktur sind auch die verbauten Avioniksysteme zu beachten. Elektronische Geräte besitzen definierte Betriebs- und Lagertemperaturbereiche. Bei Überschreitung dieser Temperaturen können elektronische Bauteile in den Platinen ausfallen.

Daher ist besonders auf die Temperaturen im Cockpit zu achten. Dies betrifft nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Oberflächentemperaturen von Instrumentenbrett, Abdeckungen sowie Sitzen und Gurtsystemen. Insbesondere metallische Beschlagteile können sich stark erhitzen und im Extremfall zu Verbrennungsgefahren führen.

Hohe Außentemperaturen stellen eine ernstzunehmende Belastung für Luftfahrzeuge dar – nicht nur für den Piloten, sondern auch für das Material und die Technik. Ein bewusster Umgang mit Sonneneinstrahlung, geeignete Abstellplätze sowie das Abdecken der Haube sind einfache, aber wirksame Maßnahmen, um Schäden zu vermeiden und die Sicherheit zu erhöhen.

Euer TA