Ein Elektroflugzeug landet auf einem Flugplatz in Nordrhein-Westfalen – und dann? Gibt es eine Steckdose am Abstellplatz, eine Wallbox, einen Drehstromanschluss? Wer schließt auf, wer rechnet ab? Der AEROCLUB | NRW will diese Fragen künftig mit einem Blick auf eine Übersichtskarte beantworten und bittet dafür alle Vereine, Platzhalter und Flugplatzgemeinschaften um Unterstützung: ein Online-Fragebogen erfasst die Lademöglichkeiten an den Flugplätzen des Landes. Bearbeitungszeit: drei bis fünf Minuten.
Eine Ladekarte wie die MOGAS-Karte
Elektroflugzeuge wie die Pipistrel Velis Electro sind in der Schulung und im Vereinsbetrieb angekommen, Elektrowinden ziehen an immer mehr Plätzen Segelflugzeuge in die Luft. Was fehlt, ist der Überblick: Wo kann ein Elektroflugzeug in NRW laden, mit welcher Leistung, zu welchen Bedingungen? Vorbild für die geplante Übersicht ist die MOGAS-Karte Deutschland, die Pilotinnen und Piloten zeigt, an welchen Plätzen es Autobenzin gibt.
„Wir möchten Vorreiter und Vordenker für die elektrische Luftfahrt in Nordrhein-Westfalen sein und frühzeitig die Voraussetzungen schaffen, damit elektrisches Fliegen auch in unserem Bundesland unkompliziert möglich wird“, schreibt Präsident Volker Engelmann in seinem Anschreiben an die Vereine.
Mit Unterstützung des Landes unterwegs: Die Velis Electro D-EPFH trägt das Logo des NRW-Verkehrsministeriums.
Was der Fragebogen abfragt
Der Fragebogen ist bewusst kurz gehalten und lässt sich überwiegend per Ankreuzen beantworten. Er erfasst neun Bereiche:
- verfügbare Anschlüsse – von der Schuko-Steckdose über CEE-Drehstrom bis zur Typ-2-Wallbox und zum DC-Lader
- Verbrauchserfassung und Abrechnung
- Zugänglichkeit des Ladepunkts, auch außerhalb der Betriebszeiten
- Betrieb und Vorfeld: Laden am Abstellplatz, Nachtabstellung, Wetterschutz
- bisherige Erfahrungen mit Elektroflugzeugen und Elektrowinden
- Ausbaupläne, Investitionen und Interesse an Förderprogrammen
- Nachhaltigkeit: Photovoltaik, Batteriespeicher, Ökostrom
Auch Plätze ohne jede Lademöglichkeit sind gefragt: Erst wenn alle antworten, wird die Karte vollständig.
Trommelkupplung links, Trommelkupplung rechts: Das Bedienpult einer Elektrowinde ESW-2B.
Elektrowinden: 65 Prozent Förderung vom Land
Zweites Thema der Erhebung ist der Sachstand bei Elektrowinden. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert ihre Anschaffung derzeit (noch) mit 65 Prozent der Anschaffungssumme – im gleichen Umfang auch Elektro-Lepos. Mit den Winden gibt es bereits umfassende Erfahrungen; im reinen Akkubetrieb sind 120 Starts und mehr möglich. Für den Eigenanteil können bis zu einem bestimmten Prozentsatz auch Spenden aus dem Umfeld der Flugplätze gesammelt werden, etwa von Firmen, Kommunen oder Stiftungen. Einige Plätze haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Der Verband berät interessierte Vereine, vermittelt Kontakte zu Plätzen, an denen Elektrowinden bereits laufen, und Präsident Volker Engelmann stellt auf Wunsch ein Empfehlungsschreiben für die Spendenakquise aus. Ansprechpartner und sachkundiger Berater ist Geschäftsführer Hermann-Josef Hante.
Jetzt mitmachen
Drei bis fünf Minuten für die Ladekarte NRW
Der Fragebogen richtet sich an alle Vereine, Platzhalter und Flugplatzgemeinschaften im AEROCLUB | NRW – auch an Plätze, die heute noch keine Lademöglichkeit haben. Wer lieber auf Papier antwortet, kann den Fragebogen als PDF herunterladen und ausgefüllt per E-Mail zurückschicken.
Volker Engelmann
Präsident AEROCLUB | NRW e.V.
engelmann@aeroclub-nrw.de
Hermann-Josef Hante
Geschäftsführer, Beratung Elektrowinden und Förderung
hante@aeroclub-nrw.de
Zum HerunterladenFragebogen als PDF
Text: Dirk Rellecke
Fotos: AEROCLUB | NRW



