Von wegen „fliegende Kisten“: Ultraleichtfliegen ist längst den Kinderschuhen entwachsen – und präsentiert sich heute umweltfreundlich, leise und sicher.
Der AEROCLUB | NRW hat einen neuen 1. Vorsitzenden der Ultraleichtflugkommission: Leander „Leo“ Thormann (44) folgt auf Christian Schücker. Wir haben mit ihm über seinen Weg in den Ultraleichtflug, seine Ziele im Verband und die Bedeutung aktiver Vereine gesprochen.
Leander, wie kam es dazu, dass du neuer 1. Vorsitzender der Ultraleichtflugkommission geworden bist?
Mein Vorgänger Christian Schücker konnte aus persönlichen Gründen nicht erneut kandidieren. Mein Weg in dieses Amt war aber zunächst keineswegs „vorgezeichnet“. Nach dem Abschluss meiner UL-Fluglehrerqualifizierung im vergangenen Jahr habe ich mich jedoch intensiv damit beschäftigt, wie ich mich neben meiner Ausbildungstätigkeit stärker für die Belange der Ultraleichtfliegerei in NRW einsetzen kann.
Diese Überlegungen habe ich in einem persönlichen Gespräch mit dem Geschäftsführer des AEROCLUB | NRW, Hermann-Josef Hante, erörtert. Dabei sprach er mich offen auf eine mögliche Übernahme des Vorsitzes an. So kam ich – ein wenig „wie die Jungfrau zum Kinde“ – zu dieser Aufgabe. Offenbar hatte er mich als engagierten und passionierten UL-Flieger kennengelernt. Ich erklärte mich schließlich bereit, zu kandidieren, und wurde einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden der Ultraleichtflugkommission gewählt.
Leander Thormann
Stell dich kurz vor: Wer bist du, und wo bist du im Luftsport zu Hause?
Ich bin 44 Jahre alt und lebe in der Kleinstadt Schleiden im Kreis Euskirchen in der Eifel. Seit 2021 bin ich im Ultraleichtflug aktiv. Vereinsmäßig engagiere ich mich bei den Luftsportfreunden Dahlemer Binz e. V. Die Dahlemer Binz (EDKV) ist auch mein Heimatflugplatz. Dort bin ich nebenberuflich als UL-Fluglehrer tätig und arbeite zudem als Betriebsleiter im Tower. Perspektivisch strebe ich außerdem den LAPL(A) an.
Welche Ziele hast du dir für deine neue Aufgabe gesetzt?
Die Ultraleichtfliegerei ist vielseitig, sportlich einzigartig und bietet insbesondere kostengünstige Einstiegsmöglichkeiten – für junge Menschen ebenso wie für Interessierte im fortgeschrittenen Alter. Sowohl während meiner eigenen Ausbildung als auch heute als UL-Fluglehrer erlebe ich, wie sich speziell MINT-Fächer für junge Menschen praxisnah vermitteln lassen und reale Alltagsbezüge entstehen.
Die Ultraleichtfliegerei eröffnet hier hervorragende Anknüpfungspunkte zur Berufswelt und zu konkreten technischen Fragen. Ein zentrales Ziel meiner Arbeit ist es daher, die UL-Fliegerei in unseren Vereinen zu stärken, damit diese weiterhin Jugendliche für unseren Sport begeistern und sie möglichst langfristig als aktive Mitglieder binden können.
Weiterhin sind unsere Vereine wichtige Partner für Kooperationen, beispielsweise im Rahmen der fliegerischen Ausbildung bei der Luftwaffe – etwa bei der Nachwuchsförderung im Studiengang Aeronautical Engineering. Solche Konzepte möchte ich gezielt weiterentwickeln und ausbauen.
Welche Rolle spielen die Vereine und ihre Mitglieder in deiner Arbeit als Vorsitzender?
Unsere Vereine und ihre Mitglieder in Nordrhein-Westfalen sollen den AEROCLUB | NRW als innovative Interessenvertretung und als zentrales Bindeglied der fliegerischen Sportarten wahrnehmen. Für mich bedeutet gelebte Verbandsarbeit, dass sie keine Einbahnstraße ist, sondern von gegenseitigem Engagement lebt.
Beide Seiten tragen Verantwortung und gestalten den Verband aktiv mit. Der offene Austausch auf Augenhöhe ist dabei entscheidend, um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam, konstruktiv und zukunftsorientiert anzugehen.
Zum Schluss: Mit welchem Gefühl startest du in deine neue Aufgabe?
Ich bin mit großem Respekt und Demut in dieses Amt gestartet – und zugleich mit großer Vorfreude auf die Aufgaben, die vor mir liegen. Nahezu täglich lerne ich neue Mitglieder aus den Vereinen kennen, häufig zunächst per E-Mail oder am Telefon. Besonders schätze ich die persönlichen Gespräche. Sie ermöglichen mir immer wieder, Neues zu lernen, Bekanntes zu hinterfragen und meinen eigenen Horizont zu erweitern.



