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Weihnachtsgruß des Präsidenten

von | 22.12.25 | Allgemein, News, Verband, Vereine

Liebe Luftsportlerinnen und Luftsportler,
sehr geehrte Vereinsvorstände, Förderer und Helfer
liebe Familienangehörige unserer Ehrenamtlichen,

das Jahr neigt sich dem Ende zu – ein guter Zeitpunkt, innezuhalten, zurückzublicken und vor allem Danke zu sagen.

Mein ausdrücklicher Dank gilt zunächst all jenen, die sich im Ehrenamt für unseren Luftsport in Nordrhein-Westfalen einsetzen:

den Fluglehrerinnen und Fluglehrern, den Sprunglehrerinnen und Sprunglehrern, den Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern, den Prüfern, Werkstattpersonal und Helfenden sowie allen weiteren Funktionsträgern, die tagtäglich Verantwortung übernehmen – für Sicherheit, Ausbildung, Organisation und Gemeinschaft an unseren Flugplätzen.

Ein ganz besonderer Dank gilt jedoch auch den Familien, Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie den Kindern, Enkeln und Freunden unserer Ehrenamtlichen. Sie sind es, die häufig auf gemeinsame Zeit verzichten müssen, weil Engagement im Luftsport Zeit, Aufmerksamkeit und Präsenz erfordert. Ohne dieses Verständnis, ohne diese Unterstützung im privaten Umfeld wäre das ehrenamtliche Fundament unseres Luftsports nicht tragfähig. Ihr Beitrag ist oft unsichtbar – aber von unschätzbarem Wert.

Ein herausforderndes Jahr für den Luftsport

2025 war für uns in Nordrhein-Westfalen – wie auch bundesweit – kein einfaches Jahr.

Wir spüren deutlich:

  • stark gestiegene Kosten für Wartung und Betrieb von Luftfahrzeugen,
  • höhere Aufwendungen für Ausbildung, Training und Erhalt von Lizenzen,
  • zunehmende Komplexität in immer enger werdenden Lufträumen,
  • sowie die erneute Wiederinkraftsetzung von Tieffluggebieten, die zu vermehrtem militärischem Luftverkehr unterhalb von 1.500 Fuß führt.

Gleichzeitig sind unsere Ehrenamtlichen heute vielfach auch außerhalb des Luftsports stark gefordert – in Familie, Beruf, weiteren Vereinen und gesellschaftlichen Aufgaben. Hinzu kommt der demografische Wandel, der uns vor die klare Aufgabe stellt, aktiver und sichtbarer um Nachwuchs zu werben.

Nachwuchsarbeit und Sichtbarkeit – gemeinsam nach vorne

Der Landesverband ist sich dieser Verantwortung bewusst. Deshalb haben wir in diesem Jahr konkrete Maßnahmen ergriffen:

  • die Entwicklung eines Malbuchs für Kleinkinder, um früh spielerisch Begeisterung für die Fliegerei zu wecken,
  • eine deutlich verbesserte Präsenz in den sozialen Medien,
  • sowie Workshops für Vereine, um deren eigene Internet- und Öffentlichkeitsarbeit zu stärken und die Sichtbarkeit unseres Luftsports in der Gesellschaft zu erhöhen,
  • im Bereich der Aus- und Weiterbildung werden wir auch im kommenden Jahr viele Angebote bereithalten, um unsere Mitglieder auf ihre Tätigkeiten in den Vereinen vorzubereiten und dafür fit zu halten.

Unser klares Signal an die Vereine lautet: Ihr seid mit dieser Aufgabe nicht allein.

Politischer Dialog und Perspektiven

Ein wichtiger Meilenstein war die Hauptversammlung des Deutschen Aero Clubs in Speyer. Dort hat ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium eine bemerkenswert klare und ermutigende Rede gehalten. Er hat deutlich gemacht, dass die Bundesregierung ein starkes Interesse an der gesamten Verkehrsinfrastruktur des Luftverkehrs hat – und dass der Luftsport ausdrücklich dazugehört.

Besonders hervorzuheben ist das Angebot einer intensiven Kooperation mit dem DAeC, insbesondere im Bereich Nachwuchsförderung. In einem anschließenden persönlichen Gespräch wurde offen diskutiert, wo Unterstützung konkret verbessert werden kann.

Auch die bekannten Defizite im Bereich der Luftfahrtmedizin, insbesondere im Referat L6, sind im Ministerium präsent. Es wurde zugesichert, dass bereits Maßnahmen ergriffen wurden und weitere folgen werden. Unser Ziel bleibt klar: Die Verwaltungsstrukturen müssen ihrer Rolle als Enabler des Luftsports gerecht werden. Wir sind keine Bittsteller, sondern Teil einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur.

Verwaltung verbessern – Engagement fortsetzen

Sehr gut und konstruktiv ist die Zusammenarbeit mit den Landesluftfahrtbehörden in Nordrhein-Westfalen. Dennoch müssen Defizite klar benannt werden. Dazu zählen vornehmlich die langen Verwaltungslaufzeiten, etwa bei Genehmigungen zum Fliegen ohne Betriebsleiter, die in Teilen – speziell im Bereich der Bezirksregierung Düsseldorf – Laufzeiten von über anderthalb Jahren erreichen.

Ich habe diese Themen persönlich adressiert und werde sie auch im kommenden Jahr weiter mit Nachdruck verfolgen. Hier besteht klarer Verbesserungsbedarf.

Weihnachten – Zeit für Besinnung und Zusammenhalt

Ich wünsche allen Luftfahrerinnen und Luftfahrern in Nordrhein-Westfalen eine besinnliche, friedvolle Weihnachtszeit. Eine Zeit der Ruhe, der Familie, der Gemeinschaft – und auch der Aufmerksamkeit für Menschen, die gerade jetzt unsere Hilfe brauchen.

Gerade in einer Zeit, in der Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt ist, kommt dem menschlichen Miteinander eine besondere Bedeutung zu. Ich rufe uns alle dazu auf, Streitigkeiten beizulegen, Brücken zu bauen und dort Frieden zu schaffen, wo es in unserem Einflussbereich möglich ist.

Dank und Ausblick

Mein herzlicher Dank gilt den Vereinsvorständen, die auf der „grünen Wiese“ Verantwortung tragen – für Ausbildung, Nachwuchs, Sicherheit und den Erhalt unseres Luftsports für Jung und Alt.

 Für das Jahr 2026 wünsche ich mir und uns allen, dass wir als über 10 000 Mitglieder im AEROCLUB | NRW e.V. weiterhin Vorbild sind:

  • im gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • in der verantwortungsvollen Ausübung unseres Hobbys,
  • sowie in Flugsicherheit, Aus- und Weiterbildung.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest, Gesundheit, Zuversicht und einen guten Start in das neue Jahr.

Mit herzlichen Grüßen

Volker A. Engelmann 
Präsident
AEROCLUB | NRW e. V.